Sonntag, 24. April 2016

Hochleistung kostenlos!

Mein aktuelles Projekt „Rent a run!“


Viele meiner besten Ideen als Texter habe ich beim Laufen. Wenn Endorphine die Synapsen im Gehirn befeuern. Inspiration durch Transpiration sozusagen!

Im Frühling mit steigenden Temperaturen erhöhe ich jetzt mein Trainingspensum. Und ich kann potentiellen Neukunden die kostenlose Nutzung dieses kreativen Potentials anbieten.

Mein sportliches Angebot:  „Rent a run“!

So läuft das Ganze ab: Sie beschreiben mir kurz Ihr aktuelles Projekt, für das Sie kreative Vorschläge suchen. In den nächsten Tagen fällt dann der Startschuss: Ich renne los, aus dem Haus und durch die Felder! Während des 70- bis 80minütigen Laufs denke ich frei über Ihre Aufgabe nach. Neue Ansichten und ungewöhnliche Einsichten Einfälle und neue,  Geistesblitze und Erleuchtungen Erkenntnisse.  

Kurz: eine kreative Dichte und Intensität, die am Schreibtisch praktisch nicht zu erreichen ist.  

Manches wird sofort verworfen, anderes während des Laufs weiterverfolgt. Zuhause werden die Gedanken aufgeschrieben, geordnet und kritisch bewertet.

Am nächsten Tag erhalten Sie das Ergebnis Ihres „gemieteten Laufs“. Ich beschreibe Ihnen, wie ich Ihr Projekt angehen würde. So konkret, dass Sie sich entscheiden können. 

Überzeugt Sie die Leistung nicht, bezahlen Sie nichts. Ich habe umsonst meine Runde gedreht, Sie dürfen die Ideen natürlich auch nicht in Eigenregie verwerten. Eine faire Sache!

Habe ich die Qualifikation bestanden, erteilen Sie mir den Auftrag. Ich schreibe professionell die Texte für Ihr Projekt. Am PC  zwar mit geringerer Pulsfrequenz aber mit umso mehr sportlichem Ehrgeiz.  

Schicken Sie mich mit Ihrem Projekt auf die Strecke –  ab sofort und kostenlos!


Sonntag, 10. Januar 2016

Mein Werbemittel des Jahres: der Brief!



Mein Werbemittel des Jahres ist ...

... der Brief!




Kann etwas so Schlichtes wie der Brief das Werbemittel des Jahres sein?

Es stimmt schon: Briefe gehören ganz selbstverständlich zu unserem Alltag. Briefe gehen auch in Ihrem Unternehmen täglich rein und raus. Sie schreiben Rechnungen und erhalten welche. Sie verschicken Kataloge und Messeeinladungen. Erhalten Post vom Finanzamt und von der Versicherung. Sie bestätigen einen Auftrag und sagen einem Bewerber ab. Tagesgeschäft! Vieles davon geht – zum Glück – inzwischen per E-Mail.  


Und dann das: die persönliche Einladung zu einem Empfang oder die nette Gratulation zu Ihrem Geburtstag. Ich selbst erhielt vor Kurzem einen Brief, der mich tief bewegt hat. Er enthielt die traurige Nachricht eines Kunden von einem tragischen Todesfall in seiner Familie.



Briefe können die Kraft haben, unsere Herzen zu berühren. Wenn sie so geschrieben sind, dass wir sie nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mit dem Herzen lesen. Sie besitzen damit eine Qualität, die eine E-Mail so nie erreichen kann. 


Schönstes Beispiel: der Liebesbrief!

Wer jemals selbst verliebte Zeilen geschrieben oder empfangen hat, weiß welches Feuerwerk an Gefühlen ein Blatt Papier entfachen kann. 

Dieser junge Briefschreiber muss wohl noch etwas üben!

Kann ein Werbebrief das auch schaffen?

Natürlich, sonst würde ich diese Zeilen nicht schreiben. Selbstverständlich wird ein Werbebrief stets in geschäftlicher Absicht geschrieben. Dennoch kann er die Gefühle der Adressaten ansprechen so persönlich und intensiv wie kein anderes Medium. 
 
Egal, welche Zielgruppe Sie anpeilen und welche Wirkung Sie erreichen wollen: der Brief ist das perfekte Medium. Er ist direkt und persönlich. Er steckt voller gestalterischer Möglichkeiten.



Der Werbebrief als Wundertüte 

Ein guter Brief ist ein sinnliches Erlebnis. Ich möchte hier nur einige wenige Aspekte aus der Sicht des Adressaten herausgreifen, die das belegen:

  • Noch bevor der Empfänger Ihren Brief öffnet, sieht er Dinge wie das Format, die Gestaltung des Couverts und vielleicht auch eine schöne Briefmarke. Er liest seinen Namen! Er spürt das Gewicht Ihres Briefes und fühlt die Struktur des Papiers. 
  • Dann wird Ihr Brief geöffnet. Manch einer reißt ihn auf. Andere nehmen einen Brieföffner oder ein Küchenmesser zur Hand. Vielleicht haben Sie aber auch einen eleganten Mechanismus eingesetzt, der das Öffnen erleichtert. Jeder Brief birgt ein Geheimnis, das es zu entdecken gilt!
  • Jetzt erkundet der Empfänger den Inhalt Ihres Briefes: das Anschreiben, den Flyer und den Gutschein. Auch hier senden die unterschiedlichen Papierqualitäten ihre Botschaften aus. 
  • Dann kommt eine Überraschung zum Vorschein. Eine nette Zugabe, die der Empfänger nicht erwartet hat. Und damit wird es richtig sinnlich. Ein wahres Eldorado an Ideen tut sich auf!  Alles, was flach und klein ist, passt auch in einen Brief. In einem Tütchen rascheln Samenkörner.Woher kommt dieser Duft von Blumen, Leder oder Gewürzen? Clevere Bezüge zu Ihrem Angebot lassen sich mit kleinen Dingen wunderbar herstellen: eine Sicherheitsnadel, eine Feder, ein Cent-Stück ... 


Ich denke, bereits diese Details zeigen, welch einzigartiges und hochwirksames Marketinginstrument der Brief sein kann. Und dass es sich lohnt, seine Eigenschaften näher kennen zu lernen und seine Möglichkeiten professionell auszuschöpfen. 

Fortsetzung folgt!

Sind Sie neugierig geworden? Und haben Sie Lust bekommen, mehr zu erfahren? Ich werde an dieser Stelle in loser Folge weiter über mein Werbemittel des Jahres 2016 berichten: den Brief!








Freitag, 26. Juni 2015

Texter auf den Hund gekommen

Website für Welpen


Wissen Sie, was ein Rhodesian Ridgeback ist? 

Ich selbst hätte bei dieser Frage bis vor Kurzem auch nur mit den Schultern gezuckt. Dass ich jetzt schlauer bin, liegt an sechs Welpen. Sie gehören einer Kundin und suchen ein neues Zuhause. Damit sie das passende Frauchen oder Herrchen besser finden, brauchten sie dringend eine eigene Website.

Seite mit Safari-Flair

Der Rhodesian Ridgeback stammt aus dem südlichen Afrika. Dort haben es seine Vorfahren als Jagd- und Schutzhunde sogar mit Löwen aufgenommen. Der "Ridgeback" bezeichnet übrigens den typischen Rückenkamm dieser Rasse. Unten auf dem Foto ist er bei den Welpen gut zu erkennen.

Viel Spaß beim Schreiben und Gestalten

Zu den Privilegien eines Werbetexters gehört es, dass er täglich dazulernt und die Arbeit richtig Spaß machen kann. Die Website für die Welpen war genau so ein Projekt.

Sind Sie neugierig geworden? Dann sollten Sie unter www.rhodesian-ridgeback-sonnenhof.de einfach mal reinschnuppern.



Mutter "Agathe" und ihre Welpen

Dienstag, 6. Januar 2015

Gute Vorsätze für 2015

Mehr Mut zu spritziger Werbung!



Was sind Sie für ein Typ, immer schön vorsichtig an der Leiter ins Becken? Oder  trauen Sie sich auch mal die Bombe vom Brett? 

Egal, wie Sie persönlich denken, die Erfahrung lehrt: Spritzige Werbung siegt! 

  • Denn mutig ist besser als zaghaft
  • Unterhaltsam ist besser als langweilig
  • Heiter ist besser als humorlos 
  • Frech ist besser als Schüchtern und 
  • Ideenreich ist besser als einfallslos!

Spritzige Werbung zu machen ist gar nicht so schwer. Es sind drei Indizien, die Ihnen  zeigen, dass Sie auf dem richtigen Weg sind.



Ihre Werbung macht Spaß!
Wer Ihre Werbung betrachtet, soll sich freuen. Andernfalls wäre sie ein Ärgernis, eine Belästigung oder bestenfalls einfach nur belanglos. Vergessen Sie Vorschläge, die Sie selbst lustlos abhaken. Verlangen Sie Werbung, der Sie freudig und mit Begeisterung zustimmen! Was Ihnen Freude macht, erfreut auch Ihre Adressaten!





Ihre Werbung hat eine  Idee!
Werbung, die genau so aussieht, wie Sie es sich vorgestellt  haben, sollte Ihnen verdächtig vorkommen. Wenn Sie aber denken: "Donnerwetter, da wäre ich nie drauf gekommen!" , sind Sie auf dem richtigen Weg. Spornen Sie Agentur, Texter und Gestalter an, Ihnen genau solche Vorschläge zu machen!




Ihre Werbung ist aufregend!
Ihr Herz klopft, der Blutdruck steigt, Ihre Hände schwitzen. Jetzt stehen Sie nicht an der bequemen Leiter, sondern auf dem Dreimeterbrett. Das ist gut so, trauen Sie sich.
Aufregender Werbung gehört die Welt. Sie zeigt Wirkung: Erst bei Ihnen und dann bei Ihren Adressaten.



In diesem Sinne wünsche ich allen ein aufregendes, spritziges Werbejahr 2015!

Montag, 8. Dezember 2014

Advent, Advent!

Diese frohe Botschaft kommt an:

Nicht nur zur Weihnachtszeit

Dieses Schild am Ortseingang erfreut mich jedes Mal, wenn ich daran vorbei fahre. Die dortige evangelische Kirchengemeinde wirbt für ihren Gottesdienst.

Normalerweise sind diese Schilder so langweilig, dass man vom Glauben abfallen möchte. Hier aber hatte offensichtlich jemand eine Erleuchtung.

„Das Leben ist schön!“, ruft mir die rockende Kirche zu. 

Ein paar freche Striche reichen, um die frohe Botschaft rüberzubringen.

Tolle Werbung ohne Worte!

Ich wünsche allen eine fröhliche Adventszeit!

Dienstag, 16. September 2014

Der Bettler und die Texterin

Wie eine Parodie die Gefühle verletzt




Hier wie angekündigt ein Nachschlag zu meinem letzten Beitrag. Ein bisschen kitschig ist der Spot „The Power of Words“ schon. Und so gibt es auch eine bissige Parodie, die ihn auf die Schippe nimmt. Schauen Sie sich Original und Parodie einmal an!




Also, mir gefällt die Parodie. Allein die schauspielerische Leistung und der herrliche Schluss mit dem Sound im Black! Auch der neue Spruch auf der Pappe hat etwas.

Vor allem aber trifft die Parodie den wunden Punkt im Original-Spot: Im Grunde nutzen seine Macher kaltschnäuzig unser Mitleid mit dem blinden Bettler für ihr Business.

Doch dann habe ich mir die Kommentare auf Youtube angesehen.

Die Parodie wird verrissen. Eine scheußliche Verhöhnung des armen Bettlers sei das! Das Original dagegen wird hoch gelobt. Die Kommentierenden sind zu Tränen gerührt. Welch gute Tat in edler Absicht! Man identifiziert sich anscheinend bereitwillig mit der sentimentalen Story.

Jetzt wird auch die Ablehnung der Parodie verständlich. Wer ernsthaft mitfühlt, ist gekränkt, wenn man sich über seine Emotionen lustig macht!

Welchen Kommentar würden Sie dem Macher der Parodie schreiben: "We all wish you get blind !!!!" oder "Hahahahahahahaha super LOL :D"?

Donnerstag, 28. August 2014

Betteln um Aufmerksamkeit

Zwei Storys zur Wirkung von Werbung  



Manchmal lohnt es sich, seinen gewohnten Kontext zu verlassen und die Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten. 

Setzen wir uns also auf den Boden. Nein, nicht im Büro. Sondern draußen, mitten in der Stadt an den Straßenrand als bettelnder Obdachloser. Es genügt, wenn Sie es in Gedanken tun. 




Das Spiel beginnt: Betteln um Aufmerksamkeit und Geld!

Gemäß der bekannten AIDA-Formel beginnt alle Werbung mit A wie Aufmerksamkeit. Wie aber erregt man Aufmerksamkeit? Und wie kann die einmal errungene Aufmerksamkeit in die gewünschte Aktion (= Spende) umgewandelt werden? Dazu zwei Storys, in beiden Fällen geht es um einen Bettler, das Spiel mit Gefühlen und die Identifikation mit der Zielgruppe.

Fotograf: Gerhard Bonse

Neulich habe ich im STERN dieses Bild gesehen. Ein Punk als Marketing-Stratege! Der Fotograf, der dieses Bild in Köln gemacht hat, betont dass die Idee sich als erfolgreich erwiesen hat. Es hat deutlich mehr Spenden gegeben. Sogar Hitler bekommt manchmal eine milde Gabe. 

Bevor ich  auf diesen wahren Fall zurückkomme, die andere Story. Sie kursiert seit ewigen Zeiten unter Werbetextern. Ein Bettler hat ein Pappschild vor sich aufgestellt. Darauf steht die schlichte Wahrheit: „Ich bin blind!“ Wenige Menschen spenden etwas. Ein vorübergehender Werbetexter hat Mitleid – und er hat eine Idee. Er nimmt das Schild und schreibt darauf: „Es ist Mai und ich bin blind!“ Logisch, dass die Passanten daraufhin mehr spenden.

Ich habe hier die deutsche Version erzählt, weil ich den deutschen Spruch sprachlich noch etwas überzeugender finde als den englischen rechts im Bild. Er stammt aus einem Video, mit dem eine britische Firma für sich wirbt. Ihr Claim lautet: „Change your words. Change your world.“  



Schauen Sie sich das Video einmal an. Es wurde insgesamt weit über 20-tausend Mal auf YouTube angeklickt. Eine herzzerreißende Szene. Die Menschen sind gerührt.

Hat sie im Wirkungsvergleich der beiden Storys die Nase vorn? Lassen wir mal unsere Gefühle beiseite und analysieren wir.

Story „Blinder“: Gesteigertes Mitleid   

Ich finde die Anekdote immer noch erhellend. Ein Muss für jeden Werber. Ich selbst habe sie als Referent vorgespielt. Es hat funktioniert. Die alte Pappe steht noch heute bei mir im Keller. Werbung muss die Herzen ansprechen. Ist doch klar  kann man gar nicht oft genug sagen. 

  • Allerdings ist die Aufgabenstellung in diesem Fall auch recht einfach. Ein armer, alter, blinder Mann! Die Bedürftigkeit ist offensichtlich. Jeder von uns kann sich sofort in die Situation hineinversetzen. Wer ist so herzlos, dass er da kein Mitleid empfindet? 
  • Dieses Gefühl zu vertiefen und anschaulich zu machen, was es bedeutet, blind zu sein, darum geht es. Die Sprüche, im Deutschen wie im Englischen, sind sprachliche Meisterwerke.
  • Gern sehe ich darüber hinweg, dass es sich um eine ausgedachte Geschichte handelt, bei der es mit der Glaubwürdigkeit etwas hapert. Hat der Mann den Spruch wirklich selbst geschrieben? Sitzt hier ein verkannter armer Poet? Diese Fragen würden sich die Passanten in Wirklichkeit wohl stellen. 

Ein schönes Beispiel dafür, wie Werbung im klassischen Sinne wirkt, ist die Story in jedem Fall. Und eine gute Motivation, fest an die Kraft der Worte zu glauben. Ganz anders dagegen liegt der Fall beim Punk.

Fotograf: Gerhard Bonse


Story „Punk“: Raffinierte  Offensive   

Die Ausgangslage für den Punk ist ungleich schwieriger. Jochen (so heißt der Obdachlose) ist offensichtlich nicht versehrt und im besten, arbeitsfähigen Alter. Auf das Mitleid der Passanten kann er wohl nicht zählen.

Und dennoch hat er die werbliche Aufgabe mit leichter Hand, wie ich finde, geradezu genial gelöst. Anscheinend hat er eine ganze Menge Menschenkenntnis, oder wie es im Marketing heißt, Blick für den "consumer insight". Schauen wir mal genauer hin.

  • Hier trumpft jemand mit entwaffnender Ehrlichkeit auf. Nach dem Motto „Ich weiß, was ihr denkt“  greift er die Vorurteile der Passanten elegant auf. Den Spruch „Aber nicht gleich versaufen!“, muss er sich jedenfalls nicht anhören.
  • Wer ihn nicht mag, kann ja für den Hund spenden. Der Hammer ist das  Wort „HITLER“. Zack, hat er den  Rassisten unter den Passanten eins ausgewischt!
  • Der ganze Auftritt ist selbstbewusst und frech, kein bisschen demütig und zurückhaltend. Es wird nicht an unser schlechtes Gewissen appelliert, sondern an unsere Großzügigkeit. Hier will jemand ohne Umweg übers Mitleid gleich ans Geld.
  • Auch optisch überzeugt der Punk. Ihm ist ein echter Hingucker gelungen! Ich bin sicher, dass viele Passanten stehen bleiben. „Boah, guck mal!“, werden sie sagen und mit ihren Handys Fotos machen. 
  • Um aufzufallen hat er den Raum perfekt genutzt und seine Werbefläche vergrößert. Vier Spendenbehälter, alle unterschiedlich in Form und Farbe. So involviert man seine Zielgruppe. „Vier Gründe zu spenden sind  besser als einer“, könnte man sagen.  Man sieht, mit Phantasie kann man auch aus einem alten Medium (Pappschild und Spendendose) etwas machen.
  • Sprachlich ist der Punk erst recht auf der Höhe der Zeit. Kein ganzer Satz, keine Argumentation, nur vier knackige Schlagwörter. Die aber haben es in sich und zwingen den Betrachter geradezu zum Nachdenken. Sie fordern seine persönliche Entscheidung heraus.
  • Zugleich hat das Ganze eine unglaubliche Leichtigkeit. Augenzwinkernd und ironisch kommt es daher. Hier will jemand den potentiellen Spendern die gute Laune nicht verderben.

Vergleichen Sie mal!

Die beiden Storys zeigen zwei unterschiedliche Wege auf, eine starke Werbewirkung zu erzielen. Eins ist klar, beide Herangehensweisen haben ihre Berechtigung. Welche die richtige ist, hängt von der Ausgangslage und von der Zielgruppe ab.

  • Der Blinde ist ein alter, bescheidener Invalide. Er wäre dumm, wenn er nicht konsequent an das Mitleid appellieren würde. Sein Spruch punktet bei älteren Menschen, besonders bei Frauen und solchen, die religiös eingestellt sind.
  • Der Punk ist ein gesunder Mann im arbeitsfähigen Alter. Seine freche Aktion hat bei jungen Menschen Erfolg. Leute, die nicht für alles eine Erklärung suchen, die einen lockeren Lebensstil pflegen und ein entspannteres Verhältnis zu Alkohol und Drogen haben.


In einer Tabelle könnte man es so zusammenfassen:  

Story „Blinder”
Story „Punk“
Sentimental, traurig
Cool, witzig
Bescheiden, demütig, unterwürfig
Selbstbewusst, frech
Vernünftig
Verrückt
Argumentativ
Appellativ
Indirekt, verschlüsselt
Direkt, schnell
Mitleid, Nächstenliebe
Solidarität, Sympathie
Ernsthaft
Ironisch
Milde Gabe
Geld

Ein inspirierender Vergleich. Womöglich offenbart sich hier ein Trend. Sollten Sie den Punk in sich entdecken?
Wenn Sie möchten, können Sie die Tabelle selbst um weite Begriffspaare ergänzen.


Drei Tipps, wenn Sie coole Werbung  machen wollen
  • Nicht für alles Argumente finden!  Immer mehr Produkte unterscheiden sich immer weniger  von ihren Wettbewerbern. Oftmals können sie auch nicht mit einem höheren Nutzen aufwarten. Auf die Frage: „Warum soll ich das kaufen?“ kann die Antwort durchaus lauten: „Weil du es kannst!“
  • Probleme selbst erkennen und ansprechen!  Treten Sie nicht auf wie der Monarch in „Des Kaisers neue Kleider“!  Alle sehen Ihre Blößen und Sie tun so als ob nichts wäre. Wer offensiv mit seinen Schwächen umgeht, verschafft sich Respekt.
  • Die Dinge lockerer sehen! Signalisieren Sie Gelassenheit nach dem Motto „Nichts muss, alles kann.“  Alles andere wirkt sehr schnell verbissen und uncool.

Ich freue mich über jeden Kommentar. In einer Woche gibt es einen provokanten, lustigen Nachschlag.